Schlagwort-Archiv: Seelterlound

Wo aleer Mönke un Nunnen lieuweden

Johanniterkapälle Bokeläsk

Informations-Säntrum wäd in Meerte ienwäid

Bokeläsk/Nieuweschans – Sänt fuul Mounde sunt do Hondwierkere al in’t Huus ieuwenske ju Johanniterkapälle tougong, wier aleer die Pestoor woonde. Nu is die Uumebau fon’t Huus toun Informations-Säntrum al bolde kloor – it skäl ap n Middewiek, 16. Meerte, fierelk eepend wäide.

Dät oolde Pestoorshuus wude in n Roome fon n düütsk-holloundsk Projekt toue Apgjuchtenge fon historisk-archäologiske Informationspunkte toun Informations-Säntrum uumebaud, dät uur ju Klaastergeskichte fon n Johanniter-Oarden in do noudelke Kustengestriche informiert.

Nit bloot monken Säärkenbauinteressierde häd sik ju Ättergjucht uutsprat, wät foar n historisk Juuweel dät Seelterlound mäd düsse Kapälle häd – Uumdät ju Johanniterkapälle dät eensige noch ärheeldene Bauwierk fon aleer 24 Klaastere fon do fräiske Johannitere un deermäd n steenen Tjuuchnis fon ju Klaastergeskichte fon dän Johanniter-Oarden is.

In Bokeläsk is nu een Klaasterkapälle, ju aleer dät gäistige Säntrum fon een litje Oardensmeenskup fon Johanniternunnen un -mönke waas. Sowät 1132 siedelden sik toun fäärme Moal Benediktinermönke ap fräisken Boudem oun, him foulgeden – as uk in Bokeläsk – do Johannitere. Do Oardenshuus un Klaastere looken sik in düsse Tied bit ap dän Gruund fon do Niederlounde fon däälich. In’t Informations-Säntrum ärfiere do Bisäikere wät uur’t Lieuwend fon do Goddessustere un -bruure bit tou hieren Wäägegong uut Seelterlound in’t 16. Jierhunnert.

Uur dän niederloundsken Twiech fon do Johannitere informiert al aan archäologisken Informationspunkt in Bad Nieuweschans, die in Juni fergeen Jier eepend wude. Mäd ju Apgjuchtenge fon’t näie Informations-Säntrum in’t Seelterlound wäd nu ju heele Äntstoundengsgeskichte fon n Oarden ruund uum dän düütsk-holloundsken Dullert-Gestrich biljuchted.

Aal do Uutgoawen foar do Mäitnoamen ap düütske un holloundske Siede sunt touhoope sowät 577000 €. Monken do Bitoalere waas t.B. die Europäiske Fonds foar Regionoale Äntwikkelenge.

Wälle: Nordwest-Zeitung, 5. Febr. 2011

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Lehrer lernen Saterfriesisch

Saterland – Saterfriesisch soll mittelfristig an den Grundschulen in der Gemeinde Saterland verpflichtender Bestandteil des Unterrichts werden. Damit das möglich wird, müssen Lehrer und Lehrerinnen ausgebildet werden. „Das Saterland als Modellregion für frühe Mehrsprachigkeit“ ist deshalb ein Konzept überschrieben, mit dem Grundschullehrerin Ingeborg Einhaus aus Wittensand mehr Saterfriesisch sprechende Pädagogen an den Grundschulen und in den Kindertagesstätten für den Unterricht qualifizieren möchte. Einhaus ist Lehrerin an der Grundschule Scharrel und koordiniert als Fachberaterin den Saterfriesisch-Unterricht an Schulen und Kindergärten in der Gemeinde.

Eingebunden in das Modellprojekt sind die Oldenburgische und die Ostfriesische Landschaft. Ziel des Vorhabens ist es, an jeder Grundschule mindestens einen Pädagogen für den Saterfriesisch-Unterricht auszubilden. In den Kindergärten sollen es jeweils zwei Erzieherinnen sein. Ingeborg Einhaus: „Wir möchten erreichen, dass die Kinder die Sprache erlernen, denn bislang ist es nur eine Sprachbegegnung. Wir möchten das Saterfriesische als Kulturgut erhalten. Das Erlernen dieser Sprache stiftet Identität und sorgt für eine heimatliche Verwurzelung der Menschen.“ Den Kindern werde zudem ein Bildungsvorteil vermittelt.

Das sei am Ende jedoch nur möglich, wenn an den Schulen mehr Saterfriesisch unterrichtet werde. So ist vorgesehen, das Saterfriesische als Umgangs- und Unterrichtssprache einzuführen. Dann wird an den vier Grundschulen in der Gemeinde bis auf den Deutsch- und Englischunterricht in allen Fächern auf Saterfriesisch unterrichtet – auch in Mathematik.

Gestartet wird mit zwei Grundschulen, deren Lehrer über ein Projekt der Ostfriesischen Landschaft ausgebildet werden. Die Finanzierung der dreieinhalbjährigen Ausbildung hat das Niedersächsische Kultusministerium übernommen. In einem weiteren Projekt mit der Oldenburgischen Landschaft werden die Erzieherinnen der fünf Kindergärten geschult. Es haben sich bereits neun Erzieherinnen angemeldet, berichtet Ingeborg Einhaus. Angewiesen sind die Veranstalter auf weitere finanzielle Hilfe. „Dafür suchen wir noch Sponsoren“, sagte Ingeborg Einhaus, die übrigens fließend Saterfriesisch spricht. Starten soll das Ausbildungsprojekt für Pädagogen im Sommer 2011.

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Cloppenburg/Saterland/Artikel/2469856/Lehrer+lernen+Saterfriesisch.html

"Krögers Heini" wird 90

Scharrel – Heinrich Kröger, ein Saterfriese von echtem Schrot und Korn, der am 1. November 1920 in Scharrel das Licht der Welt erblickte, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Jeder in Scharrel kennt ihn als „Krögers Heini“ und kaum einer kennt Scharrel und das Saterland besser als er. Nach der Volksschule in Scharrel begann er eine Malerlehre in Barßel. Nach seiner Gesellenprüfung wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Viermal wurde er zum Teil schwer verwundet, ehe er 1945 in seine Heimat zurückkehrte.

Die Liebe zum Saterland und seiner Sprache bestimmen auch heute noch das Leben des Jubilars. Denn wer im Saterland einen Ansprechpartner in Sachen Saterfriesisch oder eine Führung durch die Gemeinde oder durch die Scharreler Mühle sucht, wird auch heute noch gern an „Kröger Heini“ verwiesen. Sein Herzensanliegen ist noch immer die Pflege und Verbreitung der saterfriesischen Sprache und des Brauchtums. Mehr als 15 Jahre war er im Beirat des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland tätig, und viele Jahre war er gemeinsam mit Professor Dr. Marron Fort für die saterfriesische Sprachforschung tätig. Heinrich Kröger ist aber auch Mitbegründer der Kolpingfamilie Scharrel, des Heimatvereins Saterland „Seelter Buund“, dessen Vorsitzender (Boas) er mehr als 15 Jahre war. Er ist Mitbegründer des Musikvereins und des Dorffest-Komitees.

30 Jahre gehörte Heinrich Kröger dem Vorstand des Schützenvereins „Hubertus“ Scharrel an, davon 16 Jahre als Vorsitzender. Aber auch in vielen anderen Vereinen, in der Theatergruppe und im Kirchenausschuss übernahm der Jubilar Ämter und Verantwortung. In seiner Ratsarbeit und als letzter Bürgermeister der Gemeinde Scharrel bis zur Bildung der Gemeinde Saterland 1974 hat er die Entwicklung des Ortes entscheidend mitgestaltet.

Quelle: http://www.ga-online.de/index.php?id=540&did=33825

Lobbyist für alle Saterfriesen

Saterland – Er versteht sich als Lobbyist für Sprachminderheiten. Als Präsident des deutschen Komitees im Europäischen Büro für Sprachminderheiten und Regionalsprachen ist er seit zehn Jahren in ganz Europa unterwegs. Karl-Peter Schramm (61) aus Scharrel hat bei seiner Arbeit ganz besonders die saterfriesische Sprache im Visier. Schließlich wurde er vom Heimatverein Seelter Buund in den Europa-Job entsandt – und bereits mehrfach als Präsident im Amt bestätigt.

Vor 30 Jahren kam Karl-Peter Schramm ins Saterland. Der gebürtige Oldenburger, dessen Eltern aus Oberschlesien stammten, gelangte durch seinen Lehrerberuf in den Kreis Cloppenburg. Der pensionierte Sonderschulpädagoge hat sich mit den Menschen, mit der Region und der Sprache angefreundet. Auch wenn er das Saterfriesische nicht sehr gut beherrscht, wie er freimütig einräumt, ist Schramm ein eindeutiger Verfechter der Sprach-Identität der Saterländer: „Ich muss nicht Saterfriesisch sprechen können, wenn es in Brüssel beispielsweise darum geht, für den Sprachenunterricht in Schulen und Kindergärten Gelder zu besorgen oder neue Projekte zu initiieren.“

Mit dem Seelter Buund kam er über seine Arbeit im Gemeinderat in Kontakt, denn seit 20 Jahren sitzt Schramm für die SPD in diesem Gremium. Und ebenfalls seit gut 20 Jahren engagiert sich Schramm im Heimatverein – und eben auch in Brüssel. Alles ganz ehrenamtlich.

Das Europäische Büro in Brüssel versteht sich als Netzwerk der Sprachminderheiten und Regionalsprachen. Schramm: „Wir kümmern uns um den Erhalt der seltenen Sprachen. Immerhin sprechen 50 Millionen Menschen in Europa eine Minderheiten- und Regionalsprache.“ Dazu zählen neben dem Saterfriesischen beispielsweise das Sorbische, die Sprache der Waliser, der Basken, der Bretonen, der Friesen oder der Sinti und Roma.

Im kommenden Dezember hat Schramm die Mitglieder des Deutschen Komitees zu einer Versammlung nach Hannover eingeladen. Dann geht es auch um nationale Kooperationen. Dabei hat er auch ein klares politisches Ziel im Auge: „Ich wünsche mir, dass das Saterfriesische in die Niedersächsische Verfassung aufgenommen und damit besonders geschützt wird. Das würde die Ausbildung und den Einsatz von Saterfriesisch-Lehrer in unserer Schulen erheblich erleichtern.“

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Cloppenburg/Barssel/Artikel/2464972/Lobbyist+f%FCr+alle+Saterfriesen.html

Saterfriesisch erlebt eine Renaissance

Saterland – Die saterfriesische Sprache stand im Zentrum bei der Mitgliederversammlung des Heimatvereins Saterland, Seelter Buund, im Landgasthof Dockemeyer in Ramsloh. Dazu begrüßte der 2. Vorsitzende Georg Pahl unter anderem Ehrenboas Heinrich Kröger.

Als Höhepunkte des vergangenen Jahres nannte Pahl das Friesentreffen auf Helgoland, den Besuch der Westfriesen, die den Saterfriesen das Kaatsen-Spiel näherbrachten, und den Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff. Auch neue Projekte wurden vergangenes Jahr angeschoben, beispielsweise der „Seelter Stammdisk“. Initiatorin Adelheid Pörschke rief die Vereinsmitglieder dazu auf, sich am Stammtisch – jeden ersten Sonntag im Monat von 10.30 bis 12 Uhr – zu beteiligen. Bisher nehmen rund zwölf Personen teil.

Ems-Vechte-Welle berichtete regelmäßig

Dieter Wallschlag berichtete über den Radiosender Ems-Vechte-Welle, der alle 14 Tage aus dem Studio „Skäddel“ sendet. In der Sendung „Middeeges – Saterfriesisch & Plattdeutsch“ wurden 2009 aus dem Studio Scharrel 102 Stunden gesendet. Es waren der saterfriesische Lesewettbewerb zu hören und verschiedene Vereine. „Das Saterfriesische erlebt eine Renaissance“, stellte Dieter Wallschlag fest. Gleichzeitig rief er die Mitglieder auf, den Radiosender in Scharrel zu stärken, indem er gehört werde, und auch Beiträge für die Sendungen zu liefern.

Ingeborg Einhaus informierte als Fachleiterin „Seeltersk“ an den Schulen über das geplante Modellprojekt „Das Saterland als Modellprojekt für die Mehrsprachigkeit“ (der GA berichtete). Bisher habe es in den Kindergärten und Schulen nur stundenweise Saterfriesisch gegebe – mehrheitlich durch ehrenamtliche Helfer.

Mindestens 60 000 Euro sind für das Projekt aufzubringen

Jetzt möchte man mehr tun, um die Minderheitensprache als wertvolles Kulturgut zu erhalten: in Form von zweisprachigen Kindergärten und Schulen. Bedeutet: Es wird Betreuer und Lehrer geben, die ausschließlich Saterfriesisch sprechen. Der Vorteil: Die Kinder sind ständig von der für sich noch fremden Sprache umgeben und lernen sie quasi nebenbei.

Mindestens 60 000 Euro sind für das Projekt aufzubringen. Unterstützer werden händeringend gesucht. Auf der Versammlung wurde angeregt, den Mitgliedsbeitrag für fünf Jahre um zehn Euro zu erhöhen und das Geld ins Projekt fließen zu lassen. Darüber soll nun beraten werden.

Queltext: General-Anzeiger 12. Oktober 2010