Lobbyist für alle Saterfriesen

Saterland – Er versteht sich als Lobbyist für Sprachminderheiten. Als Präsident des deutschen Komitees im Europäischen Büro für Sprachminderheiten und Regionalsprachen ist er seit zehn Jahren in ganz Europa unterwegs. Karl-Peter Schramm (61) aus Scharrel hat bei seiner Arbeit ganz besonders die saterfriesische Sprache im Visier. Schließlich wurde er vom Heimatverein Seelter Buund in den Europa-Job entsandt – und bereits mehrfach als Präsident im Amt bestätigt.

Vor 30 Jahren kam Karl-Peter Schramm ins Saterland. Der gebürtige Oldenburger, dessen Eltern aus Oberschlesien stammten, gelangte durch seinen Lehrerberuf in den Kreis Cloppenburg. Der pensionierte Sonderschulpädagoge hat sich mit den Menschen, mit der Region und der Sprache angefreundet. Auch wenn er das Saterfriesische nicht sehr gut beherrscht, wie er freimütig einräumt, ist Schramm ein eindeutiger Verfechter der Sprach-Identität der Saterländer: „Ich muss nicht Saterfriesisch sprechen können, wenn es in Brüssel beispielsweise darum geht, für den Sprachenunterricht in Schulen und Kindergärten Gelder zu besorgen oder neue Projekte zu initiieren.“

Mit dem Seelter Buund kam er über seine Arbeit im Gemeinderat in Kontakt, denn seit 20 Jahren sitzt Schramm für die SPD in diesem Gremium. Und ebenfalls seit gut 20 Jahren engagiert sich Schramm im Heimatverein – und eben auch in Brüssel. Alles ganz ehrenamtlich.

Das Europäische Büro in Brüssel versteht sich als Netzwerk der Sprachminderheiten und Regionalsprachen. Schramm: „Wir kümmern uns um den Erhalt der seltenen Sprachen. Immerhin sprechen 50 Millionen Menschen in Europa eine Minderheiten- und Regionalsprache.“ Dazu zählen neben dem Saterfriesischen beispielsweise das Sorbische, die Sprache der Waliser, der Basken, der Bretonen, der Friesen oder der Sinti und Roma.

Im kommenden Dezember hat Schramm die Mitglieder des Deutschen Komitees zu einer Versammlung nach Hannover eingeladen. Dann geht es auch um nationale Kooperationen. Dabei hat er auch ein klares politisches Ziel im Auge: „Ich wünsche mir, dass das Saterfriesische in die Niedersächsische Verfassung aufgenommen und damit besonders geschützt wird. Das würde die Ausbildung und den Einsatz von Saterfriesisch-Lehrer in unserer Schulen erheblich erleichtern.“

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Cloppenburg/Barssel/Artikel/2464972/Lobbyist+f%FCr+alle+Saterfriesen.html

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